Tausenden Rehkitzen droht jetzt ein qualvoller Tod

Es ist ein erbärmlicher, grässlicher Tod – und noch dazu einer, der vermeidbar wäre: Unzählige Rehbabys sterben jährlich in Tirol bei der Mahd! Dabei bieten Waidmänner den (kostenlosen) Service an, Wiesen vorher zu kontrollieren. Künftig sollen dafür nun Drohnen eingesetzt werden – eine eigene Drohnenrettung ist in Entstehung.

Jetzt ist es wieder soweit: Die erste Mahd steht bevor – und die verlangt oft hohen Blutzoll. Zerhäckselt, abgetrennte Gliedmaßen, zum langsamen, qualvollen Zugrundegehen verurteilt – „es ist wirklich ein Trauerspiel“, sagt Manuela Prantl, Gründerin der Drohnenrettung Tirol. Rund 2.000 Kitze fallen in Tirol jedes Jahr den Mähwerken zum Opfer, die Dunkelziffer dürfte noch viel höher sein. Und es ist ein völlig unnötiger Tod.

Die heimischen Jäger bieten allen Bauern oder Landbewirtschaftern, also auch Privaten mit großer Wiese, an, diese genauestens zu kontrollieren, bevor gemäht wird. Ein neugeborenes Kitz hat noch keinen Geruch, weswegen es oft nicht einmal Hunde finden, daher muss man die Wiesen Meter für Meter abgehen oder mit einer Wärmebildkamera ausgestatteten Drohne abfliegen.

 

Bald auch in Tirol Drohnen im Einsatz
Mit Duftmarken (viele hängen nach der Kontrolle Stofffetzen mit Parfüm auf) oder Blinklichtern werden Geißen davon abgehalten, ihr Junges über den Mähtag in der Wiese abzulegen. „Wir arbeiten eng mit der Schweiz und Deutschland zusammen. Dort werden bereits seit einiger Zeit Drohnen und Wärmebildkameras eingesetzt, um Kitze vor dem Mähen zu finden. Das ist bei uns ab sofort nun auch möglich.“, so die neue Obfrau der im Aufbau befindlichen Drohnenrettung.

Kontakt mit Menschen führt oft zu Hungertod
Wenn man so ein Baby selber in der zu mähenden Wiese findet, muss man es auch fachgerecht entfernen. Manuela Prantl: „Wenn es mit dem Geruch von Menschen behaftet ist, nimmt die Mutter es nicht mehr an, was den Hungertod für das Kleine bedeutet. Daher Handschuhe anziehen und mit dicken Grasbüscheln dazwischen das Kitz vorsichtig an den Waldrand tragen. Oder den Bauern informieren.“

Auch an die Mäher hat die Tierschützerin einen Appell: „Moderne Geräte sind so schnell, mähen bis zu 50 Hektar pro Tag – da kann kein Wildtier fliehen. Bitte daher immer von innen nach außen mähen, den Fluchtweg damit offen lassen. Keinesfalls von außen nach innen!“

Wer den Service der Drohnenrettung annehmen möchte, kann sich gerne jederzeit mit uns oder dem zuständigen Revierjäger in Verbindung setzen. Verwenden Sie dafür am Besten unser Online-Formular.

Manuela Prantl

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One thought on “Tausenden Rehkitzen droht jetzt ein qualvoller Tod”

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    Gudrun Laimgruber 4 Monaten ago 4. Juni 2019

    Super Idee ich wünsche euch viel Erfolg mit eurer Arbeit!!!

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